Geburtsdatum: 12.06.1938
Stipendiat seit: 01.07.1964

Renate Schaible-Kaufmann kam spastisch gelähmt zur Welt. In der Kriegs- und Nachkriegszeit gab es für das schwerbehinderte Mädchen keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Ihre Mutter brachte ihr zu Hause die Grundbegriffe des Lesens, Schreibens und Rechnens bei. Als Siebenjährige lernte sie mit dem Stift im Mund zu schreiben und machte gleichzeitig auch Zeichen- und Malversuche. Sie lernte gerne, entwickelte viele Interessen und wäre am liebsten Archäologin geworden.

Durch Hüftgelenkprobleme, die medizinisch nicht richtig erkannt und behandelt wurden, wurde ihre Bewegungsfähigkeit ab dem 12. Lebensjahr unter grossen Schmerzen immer mehr eingeschränkt. Bei dem Versuch, als junge Frau ihre Spastik durch einen Eingriff im Gehirn zu mildern, erlitt sie Verletzungen des Sprachzentrums. Seither ist ihre Aussprache für die meisten Menschen weitestgehend unverständlich, so dass sie am besten mittels ihres Computers schriftlich kommuniziert.

Seit 1970 lebt Frau Schaible-Kaufmann in einer Behindertenwohngemeinschaft, an deren Gründung sie zusammen mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann beteiligt war. Neben dem Lesen und der Auseinandersetzung mit vielen Themen und Fragestellungen des Lebens ist das Malen eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.

Im Jahr 1964 wurde Frau Schaible-Kaufmann als Stipendiatin der VDMFK aufgenommen, was es ihr ermöglichte, von einer Kunstlehrerin im Zeichnen und Malen unterrichtet zu werden. Sie bevorzugt für ihre Aquarelle Landschaften, Blumen und Stilleben und immer wieder ihren Lieblingsbaum, die Birke zu verschiedenen Jahreszeiten. Viele ihrer Bilder zeichnen sich durch eine besondere Qualität des Lichts aus.

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