VDMFK - Vereinigung der Mund- und Fussmalenden
Künstler in aller Welt, e. V.

Lázaro LEÓN PAVANA

Geboren am: 11.06.1978
Geburtsort: Epazoyucan, Hidalgo, México
Stipendiat der VDMFK seit: 2001
Malart: Fußmaler




Lebenslauf

Ich wurde am 11. Juni 1978 in Epazoyucan, Hidalgo, Mexiko, mit einer kongenitalen Muskeldystrophie an den oberen Extremitäten geboren. Diese Krankheit schränkte mich in meiner physischen Entwicklung und allgemein in meinen Sozialkontakten ein.

Da ich schon von klein auf meine Arme und Hände nicht normal gebrauchen konnte, war es für mich sehr natürlich, dass ich meine Füße nicht nur zum Gehen benutzte, sondern auch für alle möglichen anderen Tätigkeiten: Essen, Spielen und später auch zum Schreiben und Zeichnen.

Meine Einschulung in die Grundschule verzögerte sich ein wenig, denn in der Schule an meinem Wohnort war man der Meinung, man könne mich nicht in das Unterrichtssystem integrieren, das für die anderen Kinder verwendet wurde, und weil die Lehrerinnen nur sehr schwer akzeptieren konnten, dass ich mit dem Fuß schreiben konnte, doch als ich im Alter von acht Jahren aufgenommen wurde, stellten sie fest, dass ich dazu in der Lage war, dem Unterricht zu folgen.

Meine Leistungen waren so normal, wie die der anderen Kinder, doch vor allem im Zeichnen war ich sehr gut.

Nach sechs Jahren beendete ich die Grundschule und als ich fünfzehn wurde, meldete ich mich an der Sekundarstufe in Santa Mónica an, einem Ort, der drei Kilometer von mir zu Hause entfernt lag. Den Hin- und Rückweg legte ich zu Fuß zurück. Dort konnte ich mein Zeichentalent im Werkraum für künstlerische Aktivitäten besser entwickeln, denn meine Lehrer ermunterten mich immer, diesen Weg weiter zu verfolgen.

1995 schloss ich schließlich die Sekundarstufe ab.

Leider konnte ich nicht auf die Vorbereitungsschule für die Universität gehen, denn die wirtschaftliche Lage meiner Familie ließ das nicht zu. Einige Jahre lang half ich bei den Feldarbeiten, ohne mehr Erwartungen an das Leben zu stellen, als von Tag zu Tag zu überleben.

Ich war immer schweigsam. Einmal fuhr ich in die Hauptstadt meines Bundesstaates. Als ich an der UAH, der Autonomen Universität Hidalgo, vorbeiging, sah ich einige Plakate, auf denen Malkurse in den Kunstateliers der Universität angekündigt wurden.

Ich überwand meine Schüchternheit und ging hinein, um mich zu erkundigen. Ich hatte das Glück, von sehr netten Leuten empfangen zu werden, die mir die Einrichtungen zeigten und mich sogar dazu aufforderten, etwas auf einige Kartons zu zeichnen, die sie auf den Boden legten. Alle waren sehr überrascht von meiner Arbeit und sie forderten mich auf, mich als regulärer Schüler einzuschreiben. Ich war sehr interessiert, aber mein Problem war, dass ich nicht genug Geld hatte, um mir das erforderliche Material zu kaufen.

Gott sei Dank bot man sich in der Universität an, mir zu helfen, und so konnte ich wieder lernen, doch diesmal etwas, was mir immer am besten gefallen hatte, die Malerei.

Meine ersten Unterrichtsstunden nahm ich Mitte 1999 und in sehr kurzer Zeit machte ich große Fortschritte. Der Umgang mit Aquarell- und Acrylfarben und ihre Verwendung erleichterten mir die Sache sehr, und nach einigen Monaten malte ich bereits meine ersten Bilder.

Da das Jahr 2000 bevorstand, organisierte die Hochschule mehrere Veranstaltungen zur Feier des neuen Jahrtausends. Die Malwerkstatt machte eine Kollektivausstellung, auf der drei meiner Arbeiten gezeigt wurden. Jemand hatte die Idee, eine kleine Biografie neben meine Bilder zu hängen, um darauf hinzuweisen, dass sie mit dem Fuß gemalt waren.

Einige Tage später ließ mich der Lehrer des Ateliers in sein Büro rufen und gab mir einige Faltblätter der Vereinigung der mund- und fußmalenden Künstler in Mexiko-Stadt, die einige Besucher der Ausstellung der UAH hatten zukommen lassen.

Nachdem ich sie aufmerksam gelesen hatte, überzeugte mich der Lehrer davon, dass ich ein Stipendium der Vereinigung erwirken solle.

Ehrlich gesagt klang das für mich wie ein Traum und ich konnte kaum glauben, dass ich so etwas schaffen würde, aber mein Lehrer machte mir klar, dass ich nichts dabei zu verlieren hätte, wenn ich es versuchte, und dass ich viel dabei gewinnen würde, wenn ich es schaffte. So schickte ich Anfang des Jahres 2000 einige meiner Bilder ein und wartete mehrere Monate auf eine Antwort.

Schließlich erhielt ich im März 2001 einen Brief der Künstlervereinigung, in der man mir mitteilte, dass ich als Stipendiat aufgenommen würde.

Das war einer der wunderbarsten Augenblicke meines Lebens!

Ich konnte nicht mit Worten ausdrücken, was dieser Erfolg für eine Person wie mich bedeutete, denn bis dahin hatte es wenig Gründe dafür gegeben, Dankbarkeit für mein Leben zu empfinden.

Es war, als ob sich um mich herum plötzlich alles verändert hätte, und sogar ich selbst fühlte mich wie ein anderer Mensch.

Die wirtschaftliche Hilfe, die ich jeden Monat von der Vereinigung erhielt, ermöglichte mir, meine Malstudien an der Universität fortzusetzen, um die Qualität meiner Werke zu verbessern und nicht von meiner Familie abhängig zu sein.

Nach und nach schaffe ich es, als Maler anerkannt zu werden, und ich vertraue fest darauf, dass ich es erreichen werde, meine Träume zu verwirklichen.